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»Manchmal muss man auch den Mut zu zivilem Ungehorsam haben!«

Wir erinnern uns zum heutigen Trauerstaatsakt an den inspirierenden Besuch der Bundestagspräsidentin a.D. Rita Süssmuth zu unserer 70-Jahrfeier im September 2017

Integration, Demokratie & offene Gesellschaft: Soziale Gerechtigkeit benötigt persönliche und kollektive Anstrengungen

Dass Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a. D., eine Menge Power hat, konnte die inzwischen achtzigjährige Grande Dame der Politik in ihrem Festvortrag zum Jubiläum des Mittelhof e. V. unter Beweis stellen. Sie unterhielt die anwesenden Gäste mit klugen und interessanten Thesen zum aktuellen Geschehen genauso wie mit kleinen Anekdoten aus ihrem langen Politikerinnenleben. Und dies alles würzte sie mit einer gehörigen Portion Humor.
Sie gratulierte dem Mittelhof zum 70-jährigen Jubiläum, das an diesem Tag gefeiert wurde, und schaute zunächst zurück und erinnerte sich dabei auch an ihre eigene Kindheit. 

Vor 70 Jahren, „wie war es denn damals?“ fragte sie auch im Hinblick auf die Flüchtlingssituation heute. Sie erinnerte daran, dass es nach dem 2. Weltkrieg 14 Millionen Flüchtlinge gab, überwiegend Deutsche, die eine schwere Zeit durchlebten. Flüchtlinge, die ankamen und kein Zuhause hatten. Flüchtlinge, die integriert werden sollten. Diese Situation sei zwar nicht vergleichbar mit der heutigen Flüchtlingssituation, aber dennoch sei die Rückbesinnung auf diese Zeit mitunter hilfreich.
Süssmuth stellte auch noch einmal die Frage, die sich damals die amerikanischen, britischen und auch französischen Besatzungsmächte in Deutschland stellte: „Ist es möglich, aus diesen Nationalsozialisten Demokraten zu machen?“ 

Damals waren es auch die Nachbarschaftsheime, die sich so kurz nach dem Krieg am Gedanken der Kooperation und der Mitwirkung orientierten und damit die Basis für die soziale Arbeit in einem demokratischen Gemeinwesen bildeten. 

Auch heute stünde diese Demokratie vor neuen Herausforderungen und stehe in der Auseinandersetzung mit neuen Autokraten. Neue Machtzentren seien entstanden, weltweit, aber auch in Deutschland. Deswegen sei nach der jüngst stattgefundenen Bundestagswahl und dem Einzug der AFD ins Parlament das Einmischen des Einzelnen wichtig. Und dies fände täglich statt, wie sie auch im Mittelhof hautnah erlebe: 

»Mittelhof ist eine Oase, die von sich aus in die Gesellschaft eindringt«
sagte sie und bekannte: „Mich begeistert das zivilgesellschaftliche Engagement in diesem Land.“ 

Ihrer Meinung nach sei ein wesentlicher Bestandteil unserer Demokratie die Forderung nach Gerechtigkeit und Gleichheit, also nach gleichen Chancen und Rechten für alle Menschen. Diese müssten von Anfang an bestehen und bereits im Kindesalter gefordert und gefördert werden. Von klein auf, in Kitas und Schulen, mit gemeinsamem Musik- und Sportunterricht bis hin zu gemeinsamer Arbeit: Zugehörigkeit entstünde vor allem durch Gemeinsamkeit. 

Gleichzeitig forderte sie zur Beteiligung an gesellschaftlichen Prozessen auf. Für Süssmuth ist die Beteiligung ein wesentlicher Baustein für gelingende Integration. „Beteiligung ist das A und O“, wiederholte sie immer wieder. Zugehörigkeit entstünde über gemeinsame Projekte, gemeinsames Tun. „Ich verstehe nicht, warum in Deutschland dieser Prozess der Beteiligung so schwer ist. Diese ganz frühe Einbeziehung in praktische Arbeit ist so wichtig“, ergänzte sie.
Um dies zu erreichen appellierte sie an alle in einer Gemeinschaft tätigen Kräfte an einem Strang zu ziehen. Nur das Zusammenwirken von staatlichen Behörden und Institutionen mit dem freiwilligen Engagement sei Erfolg versprechend. Sie ermunterte ihre Zuhörerinnen und Zuhörer: „Denken Sie daran, wir sind viel stärker als wir von uns selbst annehmen.“ 

Süssmuth erzählte auch von ihrer aktiven Zeit in der Politik und wie sie von der „Frauenfrage“ zum Thema Integration und Migration gekommen sei. Auch Frauen durften sich früher nicht beteiligen, waren nicht integriert. Sie wären zu emotional, würden zu wenig ihren Kopf gebrauchen.  Es wurde als „Weltuntergang“ angesehen, wenn Frauen es wagten, sich in Politik einmischen zu wollen. „Junge Frauen können nicht mehr verstehen, dass Frauen noch in den 70er Jahren ihre Männer fragen mussten, ob sie erwerbstätig sein dürfen.“ Auch heute sei es leider meist noch so, dass Frauen die Arbeit machten und die Führung bei den Männern liege. Deswegen sei sie übrigens für ein „Reißverschlussverfahren“ und nicht für eine Quotenregelung, fügte sie augenzwinkernd hinzu. 

Im Übrigen dürfe man nicht bei den Defiziten der Menschen ansetzen, sondern beim ungenutzten Potenzial. Das gelte für alle Menschen: Migranten, Einheimische, Junge, Ältere. Sie alle hätten wunderbares Potenzial – „das haben wir durch die ehrenamtlichen Leistungen zu Zeiten des Flüchtlingsstroms wieder ungefragt erfahren“, ergänzte Süssmuth.
Zum Schluss lobte sie den Mittelhof e. V. und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Arbeit der vergangenen 70 Jahre. Sie wünschte ihnen, Freude zu empfinden über das bereits Geschaffte. Gleichzeitig forderte sie alle Zuhörerinnen und Zuhörer dazu auf, sich einzumischen, zu beteiligen, dabei offen zu sein für die Sorgen und Probleme der Menschen in Not und gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten, denn „keiner schafft`s allein“.